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#Dislike - Über das Projekt

Bei Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzwerken ist die respektvolle Diskussionskultur als Grundlage einer demokratischen Gesellschaft scheinbar Hasskommentaren und unwidersprochenen rechtspopulistischen Äußerungen gewichen. Daher ist es zentral, eine Hegemonie demokratischer Kultur im Netz zu stärken. Viele Jugendliche heißen Hassrede selber nicht gut, aber energieraubende Auseinandersetzungen bringen in ihren Augen wenig, daher benötigen sie schnelle und kreative Reaktionen auf Hasskommentare, um somit einen Kontrapunkt im Sinne einer netzorientierten Zivilcourage zu setzen. Hier wollen wir ansetzen und Jugendliche bestärken, mit jugendgerechten, einfachen, kreativen, Irritation stiftenden Entgegnungen Kontrapunkte im Netz zu setzen. Unseren Fokus setzen wir dabei auf Jugendliche in Berufsausbildung vor allem im Erziehungsbereich, da diese mit eigenen Haltungen im Beruf multiplizierend wirken.

Wir wollen mit unserem Projekt diesen jungen Menschen Kompetenzen vermitteln, um sich der Verbreitung und Etablierung von Hasskultur im Netz entgegenzustellen. Die Teilnehmenden sollen befähigt werden, fremdenfeindliche Verschwörungstheorien, rechtspopulistische Aussagen und weitere Ausformungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu erkennen, ihnen argumentativ entgegenzutreten, um anschließend selbstwirksam Kontrapunkte gegen Hass im Netz zu setzen. Hate Speech als virtuelle Ausdrucksform von Ideologien der Ungleichwertigkeit ist ein alltägliches Phänomen in sozialen Netzwerken, menschenverachtende Äußerungen sind mittels Anonymität und Unsichtbarkeit scheinbar gesellschaftsfähig geworden.

Durch Filterblasen und Echokammern der sozialen Medien entsteht eine dissoziative Wahrnehmung von gesellschaftlichen Verhältnissen, was menschenverachtende Einstellungen verstärken kann. Ziel des Projektes ist es, eine Hegemonie demokratischer Kultur in den sozialen Medien zu stärken. Wir sprechen junge Menschen im Alter von 16-27 Jahren an, die mit Formen und Inhalten der Hassrede nicht einhergehen, aber bisher nicht wissen, wie adäquat dagegen vorgegangen werden kann. Es gilt diese Zielgruppe handlungsfähig zu machen. Im Rahmen von On- und Offlineseminaren sollen dazu Handwerkzeuge vermittelt und Jugendliche befähigt werden, Materialien zu entwickeln , die im digitalen „App-Othekerschrank gegen Hassrede“ auch anderen Jugendlichen als Tool zur Verfügung stehen.